BARFen - Alternative oder Mode

Heute hört man immer mehr, dass Menschen ihre Hunde barfen. Dabei ist B.A.R.F. keine Erfindung unserer Zeit, sondern gebarft wurde schon immer. Heute hat man einen Namen dafür. In der Zeit vor der industriellen Herstellung von Futtermitteln (vor ca. 70 Jahren) wurden unsere Haushunde mit dem versorgt, was vom Tisch seines Herren übrig blieb. Früher schlachtete man selber und es fiel eine Menge für den Hund im Haus ab. Heute greift man zum Futtersack oder zur Dose. Man hört auch immer wieder von den Tierärzten, dass frisches Fleisch und Knochen nicht gut für unsere Hunde sein soll. Viele glauben, dass frisches Fleisch den Hund aggressiv macht oder zum jagen animiert. Man glaubt, dass barfen zu Mangelerscheinungen führt. Manche denken, barfen macht mehr Arbeit und ist teurer.

 

Ich möchte mit dem Mythos aufräumen und anregen, sich über die Ernährung unserer Contis mehr Gedanken zu machen.

 

1. B.A.R.F. ist kein Allheilmittel, um Krankheiten vorzubeugen

2. B.A.R.F. macht unsere Hunde nicht aggressiv

3. B.A.R.F. fördert nicht den Jagdtrieb unserer Hunde

4. B.A.R.F. ist keine Philosophie, sondern eine Ernährungsvariante

 

Mit der Ernährung unserer Hunde ist es so eine Sache. Die Futtermittelhersteller und Tierärzte suggerieren uns gerne, dass NUR ein industriell hergestelltes Futter alle Mineralstoffe und Vitamine enthält, um unsere Hunde gesund und vital zu erhalten. Der Trockenfuttersack oder die Dose sind eine schnelle Sache. Man macht sich demzufolge weniger Gedanken. Es ist ja alles in dem Futter drin.

 

Doch die meisten Tierärzte sind nur unzureichend ausgebildet worden. Gerade mal ein halbes Semester wird auf die Ernährung eingegangen und dafür kommen dann Fachleute der großen Futtermittelhersteller in die Universitäten und halten stundenweise Vorlesungen ab.

 

Die Qualität der Futtermittel variiert sehr stark und oft stehen Getreide und Abfälle an erster Stelle. Möchte ich das meinem Hund 10 bis 12 Jahre lang geben?

 

Die Futtermittelindustrie arbeitet eng mit unseren Lebensmittelproduzenten zusammen und wenn man es auch kaum glauben mag, die Tierfuttermittel sind die Abfälle, welche in der Lebensmittelindustrie anfallen und werden nur in Tierfuttermittel umgewandelt. Die Abfälle werden gegart, gepresst, mit Ölen und Aromen besprüht, mit künstlichen Vitaminen und Mineralstoffen versetzt und gelangen anschließend im Hochglanzsack in die Filialen unserer Tierhandlungen. Die Werbung und Verarbeitung dieser Reststoffe kostet die Futtermittelindustrie weniger als die fachgerechte Entsorgung. Eigentlich sehr traurig und uns, als Hundebesitzern wird suggeriert, dass wir es allein nicht schaffen unsere Hunde artgerecht zu ernähren. Dabei ist es so einfach seinen Hund artgerecht und gesund zu ernähren.

 

Give your Dog a Bone!

 

Unsere Hunde sind vom Magen und Verdauungstrakt ein Wolf. Das Äußere unserer Haushunde konnten wir durch Selektion und gezielte Zucht verändern, nicht aber das Innere! Der Darm ist kürzer, die Magensäure unserer Hunde ist 10mal stärker als unsere und ihre gesamte Konstitution ist auf den Verzehr von Fleisch ausgelegt. Warum dann also Trockenfutter oder die Dose? Weil es einfacher zu sein scheint. Doch viele Hunde sind dicker, neigen zu Allergien durch Futtermilben oder haben ein Problem mit dem Getreide in ihrer Nahrung. Das sollte uns zu denken geben.

 

Manche Hunde sind ein mäkeliger Fresser und man rennt alle paar Wochen in die Tierhandlung und besorgt ein neues Trofu, welches nach einer Woche wieder mit langen Zähnen verschmäht wird.

 

Barfen ist einfacher als man denkt und unsere Hunde lassen nie eine Mahlzeit aus. Ganz im Gegenteil. Sie warten mit glänzenden Augen auf ihr Futter. Unsere Hunde haben weniger Output und der Kot ist von einer guten Konsistenz. Das Fell braucht kaum Pflege und sie haaren sehr wenig. Sie Glänzen wie kleine Schweineschwarten. Sie sind motivierte Arbeiter und Blähungen sind sehr selten. Durch das Barfen habe ich die Demodexiose unserer Französischen Bulldogge in den Griff bekommen und kann auf Medikamente verzichten.

 

Ich füttere alles an Fleisch roh - außer Schwein, das steht nicht auf dem Speisezettel. Knochen und Knorpel, Fisch und Innereien (allerdings nur in kleinen Mengen), Gemüse und Obst (keine Nachtschattengewächse, wie Auberginen, Tomaten, sowie keine Weintrauben und Zitronen). Reis, Nudeln und Kartoffeln werden gegart angeboten. Dazu kommen Öle, wie Olivenöl, Kokosfett, Traubenkernöl, Kürbisöl, Walnussöl, Sonnenblumenöl, Rapsöl, Hanföl, Nachtkerzenöl. Wir geben Kräuter zum Futter, sowie Nüsse, Basilikum, Petersilie, Oregano, Brennnessel, Ringelblume, Fenchel-, Lein- und Schwarzkümmelsamen, sowie Algen. Manch mal auch etwas Knoblauch. Salate und Kohl gibt es auch, allerdings koche ich den Kohl. Wir verfüttern auch Milchprodukte und 2mal die Woche gibt es bei uns ein Getreidefrühstück mit Gerstenflocken oder Dinkelflocken. Das meiste hat man im Haus.

 

Das klingt kompliziert, ist es aber gar nicht. Das füttern geht in Fleisch und Blut über. Meine Mutter hat von uns einen Crashkurs bekommen und konnte unsere Fellnasen in unserer Abwesenheit ebenfalls barf füttern. Man kann das Fleisch portionieren und mit dem pürierten Gemüse zusammen einfrieren. Fleisch bekommt man mittlerweile über diverse Anbieter in den passenden Verpackungen, schon gewolft und Servierbereit. Am Anfang habe ich mich an die Ernährungspläne gehalten, aber schon nach 3 Wochen ging das so fix und reibungslos, dass ich nach Gefühl fütterte. Das ist bis heute so.

 

Auch im Urlaub und auf Reisen verzichten wir nicht auf das Barfen. Die Kräutermischungen kann man bequem bestellen und in Döschen transportieren. Das Fleisch kann man im Supermarkt oder in manchen Tierhandlungen nach Bedarf kaufen. Es macht dem Hund auch nichts aus, mal nur geriebene Möhre oder Äpfel zu fressen. Die Ernährung sollte auf 28 Tage hin ausgewogen sein. Zwei bis dreimal die Woche geben wir Fleischknochen. Wenn das nicht geht gibt es Calciumzitrat.

 

Vor B.A.R.F. braucht man sich nicht zu fürchten. Salmonellen und andere Bakterien schafft die Magensäure des Hundes locker und er wird nicht krank davon. Auch entstehen keine Mangelerscheinungen, sonst würden Welpen bei so manchen Züchtern gar nicht überleben, denn die erste feste Nahrung besteht oft aus Tartar, Quark, Hüttenkäse und Ziegenmilch mit Getreideflocken, welches man füttert, um den Magen der Welpen schonend an feste Nahrung zu gewöhnen. Die Wolfsmutter würgt angedautes Fleisch hoch und bietet es ihren Jungen an. Erst später wird der Welpe an konventionelles Futter gewöhnt. Rohes Fleisch schont auch den Magen des Hundes. Es wird schneller verdaut und macht ihn zufrieden.

 

Du bist was du (fr)isst

 

Der Anteil an Fleisch und Gemüse (Beilagen) liegt bei 65-70% zu 35-30% und kann bei Reduktion der Fleischmenge, bei Diäten z. B., variiert werden. Auch weis man immer was man im Napf hat. Bei einer Allergie kann man eine Ausschlussdiät mit Allergenarmen Fleischsorten und Beilagen (Pferd und Kartoffeln) beginnen. Die Zutaten werden reduziert und man ist sich am Ende einer Ausschlussdiät wirklich sicher, was mein Hund verträgt und was nicht. Die Qual der Wahl bei den vielen Sorten an Futtermitteln fällt weg.

 

Unsere Hunde sind einfach glücklicher und man kann die Portionen je nach Aktivität reduzieren und erhöhen, so dass die benötigte Energie sofort zur Verfügung steht. Der Speiseplan ist abwechslungsreich. Wer möchte schon sein Leben lang immer Spagetti Bolonaise essen müssen? Auch unsere Ernährung hat sich gewandelt. Wir essen bewusster, was ein angenehmer Effekt ist.

 

Hier nun die Buchtipps:

 

B.A.R.F. Artgerechte Rohernährung für Hunde erschienen im Kynos Verlag

Narural Dog Food von Susanne Reinerth

Alles über die Futtermittelindustrie 

Katzen würden Mäuse kaufen von Herrn Grimm

 

Carmen Schultheiss

Züchterin der Continental Bulldogs von Chantun da Muntogna

für ContinentalBulldog.net