Der Standard

VDH-Standard Nr. 993

     
URSPUNGSLAND: Schweiz  
VERWENDUNG: Begleithund, Familienhund  

KLASSIFIKATION FCI:

Gruppe 2

Pinscher und Schnauzer - Molossoide - Schweizer

(Rasse nicht FCI-anerkannt)   

Sennenhunde

  Sektion 2

Molossoide, doggenartige Hunde

   

ohne Arbeitsprüfung

     

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD:

 

Ein kurzhaariger, athletisch gebauter, mittelgroßer, fast quadratischer, bulldogartiger Hund. Trotz seines kräftigen Körperbaus ist der Continental Bulldog beweglich und ausdauernd, auch bei raschem Trab oder Galopp soll er geräuschlos atmen. Sein Gewicht bewegt sich ungefähr zwischen 20 – 30 kg je nach Größe. Rüden und Hündinnen sollen deutliches Geschlechtsgepräge haben.

 

 

WICHTIGE PROPORTIONEN:

 

Widerristhöhe : Brusttiefe                                                       2 : 1

Widerristhöhe : Körperlänge                                                   1 : 1,2

Widerristhöhe : Länge von Widerrist bis Rutenansatz            1 : 1

 

Diese Maße und Proportionen sind als Richtlinien zu verstehen, maßgebend ist immer der Gesamteindruck eines Hundes, der Bulldog-Typ muss gewahrt werden.

 

 

VERHALTEN UND CHARAKTER (WESEN):

 

Aufmerksam, selbstsicher, freundlich, weder aggressiv noch scheu.

 

 

KOPF:

 

Der Kopfumfang vor den Ohren gemessen sollte die Widerristhöhe nicht um mehr als 15% übertreffen. Von vorne gesehen erscheint der Kopf annähernd quadratisch mit einer leichten Ausbuchtung der Jochbogen.

 

 

OBERKOPF:

 

Die Stirnpartie ist flach bis leicht gewölbt. Stirnfalten wenig ausgeprägt. Vom Stop ausgehend verläuft eine breite, eher flache Stirnfurche bis zur Schädelmitte.

 

Stop: Deutlich ausgeprägt, aber ohne tiefe Einbuchtung.

 

 

GESICHTSSCHÄDEL:

 

Nase: Nasenschwamm breit, Nasenlöcher groß und gut geöffnet. Nase stets vollständig schwarz.

 

Fang: Breit, von vorne gesehen annähernd quadratisch. Der Nasenrücken ist gerade, weder aufgebogen noch abfallend. Verhältnis zur gesamten Kopflänge 1:3 (Toleranz 1:4). Nicht zu dicke Hautfalten beidseits des Nasenrückens. Unterkiefer inkl. Kinn breit und kantig. Bei geschlossenem Fang weder Zunge noch Zähne sichtbar. Deutliches Kinn, vorne nicht verdeckt durch die Oberlefzen.

 

Lefzen: Lefzen sollen dick sein, Pigmentierung am Rand gut geschlossen und möglichst vollständig. Die Lefzen des Oberkiefers sollen den Unterkiefer seitlich vollständig überlappen. Lefzen des Unterkiefers möglichst anliegend.

 

Kiefer/Zähne: Vorbiss ideal 1-5 mm, Toleranz bis zu 10 mm, Zahnleisten im Ober- und im Unterkiefer gerade und parallel. Zähne kräftig. 6 regelmäßig gestellte, gut entwickelte Schneidezähne zwischen den breit auseinander platzierten Eckzähnen. Fehlen der P1 erlaubt, M3 werden nicht beachtet. Ein vollzahniges Gebiss ist ideal.

 

Backen: Bei leichter Wölbung, straff und gut gerundet

 

Augen: Rund, nach vorne gerichtet, weit auseinander liegend. Weder eingesunken noch hervorstehend. Gut anliegende, möglichst voll pigmentierte Augenlider: Beim geradeaus schauenden Hund soll kein Weiß (Sclera) sichtbar sein. Iris dunkelbraun.

 

Ohren: Hoch angesetzt, klein und dünn; der Ohrenansatz bildet mit der oberen Schädellinie eine Gerade. Entweder Rosen- oder Klappohr.

 

Rosenohr: d. h. auf der Rückseite nach innen gefaltet und zurückgelegt, der vordere Ohrenrand fällt nach außen und hinten, das Innere der Ohrmuschel ist teilweise sichtbar.

 

Klappohr: bei Aufmerksamkeit nach vorne gekippt, sodass die Ohrenspitze ungefähr auf der Höhe des äußeren Augenwinkels liegt. In der Ruhe seitlich am Kopf anliegend. Alle anderen Ohrenformen sind als Fehler zu betrachten.

 

 

HALS:

 

Kurz und kräftig, aber nicht so kurz, dass der Kopf anscheinend direkt auf den Schultern sitzt. Gut gewölbte Nackenlinie. Wenig Hautfalten im Bereich der Kehle sind erlaubt.

 

 

KÖRPER:

 

Der Widerrist liegt nur unbedeutend höher als die Lendenpartie. Verhältnis gesamte Rumpflänge zur Widerristhöhe 1,2 : 1.

 

Obere Linie: Rücken kurz und kräftig, möglichst gerade. Die Rückenlänge, vom Halsansatz bis zur Rutenwurzel, entspricht der Widerristhöhe.

 

Lendenpartie: Von oben gesehen nur unwesentlich schmaler als die Brustpartie. Kruppe leicht abfallend.

 

Brust: Brusttiefe bis zu den Ellbogen reichend, entspricht bei idealen Verhältnissen 1/2 der Widerristhöhe. Brustkorb geräumig, Rippen gewölbt, Brustkorb nach hinten leicht ansteigend.

 

Untere Linie: Bauch mäßig aufgezogen.

 

 

RUTE:

 

Möglichst tief angesetzt, kräftig, am Ansatz dick und sich allmählich verjüngend. Rundum dicht behaart, aber ohne Fransen. Idealerweise knapp bis zu den Sprunggelenken reichend. Gerade oder leicht gebogen. In der Ruhe hängend, in der Bewegung angehoben, aber nicht über den Rücken gerollt getragen.

 

 

GLIEDMASSEN:

 

VORHAND

 

Läufe auch von vorne gesehen gerade, stämmig und stark.

 

Schultern: Breit, schräg und gut bemuskelt. Das Schulterblatt soll fest am Brustkorb anliegen.

 

Oberarm: Gut am Körper anliegend und gute Winkelung zum Schulterblatt

 

Ellenbogen: Fest am Körper anliegend.

 

Mittelfuss: Kurz und kräftig, von der Seite gesehen nur wenig schräg.

 

Pfoten: gewölbt, gut geschlossen weder nach innen noch nach außen gedreht.

 

HINTERHAND

 

Hinterläufe: starkknochig und gut bemuskelt

 

Knie: Gut gewinkelt, nicht nach außen gedreht, von hinten gesehen parallel.

 

Sprunggelenk: Gut gewinkelt, weder nach innen noch nach außen gedreht

 

Pfoten: Kräftig, gut gewölbt, gerade gestellt.

 

KRALLEN

 

Kurz und dunkel erwünscht

 

 

GANGWERK:

 

Regelmäßige, flüssige Bewegungen, guter Vortritt, raumgreifender Schub. 

 

 

HAUT:

 

Elastisch ohne Faltenbildung am Körper und Läufen.

 

 

HAARKLEID:

 

Beschaffenheit: Deckhaar kurz, dicht, glatt, glänzend, nicht borstig. Unterwolle kurz, dicht und fein. Fehlende Unterwolle gestattet.

 

Farbe des Haares: Alle Farben, die von schwarzer Nase begleitet sind. Einfarbig, gestromt oder mit weiß kombiniert, mit oder ohne schwarzer Maske. Ein bestimmtes Fleckenmuster wird nicht angestrebt. Die Farbe blau ist nicht erwünscht.

 

 

GRÖSSE:

 

Widerristhöhe:          Rüden:                42-46 cm

                                  Hündinnen:        40-44 cm

Toleranz bei beiden Geschlechtern nach oben 4 cm, nach unten 2 cm.

 

 

FEHLER:

 

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist.

 

Leichte Fehler:

 

- zu wenig Bodenabstand

- Kopfumfang übersteigt die Widerristhöhe um 15-20%

- schwach entwickelte Zähne 

- Vorbiss 11 - 15 mm 

- ungleich getragene Ohren 

- kurze und / oder leicht deformierte Rute 

- wenig dichte Behaarung 

- Über- oder Untergröße (in der Toleranz) beim sonst korrekten Hund 

- Passgang oder über den Boden schleifende Pfoten

 

Schwere Fehler:

 

- Blaue oder Birkaugen 

- deutlich deformierte Rute 

- Kopfumfang in cm übertrifft die Widerristhöhe um mehr als 20 % 

- über die Stirnhöcker lappende Hautfalten 

- zu große Nasenfalte 

- Stehohren

 

Ausschliessende Fehler:

 

- Atemgeräusche beim ruhigen Stehen

- Entropium/Ektropium

- Sichtbare Schneide- oder Fangzähne oder Zunge bei geschlossenem Fang

- Vorbiss über 15 mm

- deutlich schiefer Kiefer

- keine Rute

- größe ausserhalb der Toleranz

- Aggressivität

- Scheuheit

- Hunde, die deutliche physische Abnormitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden

 

N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.