Mein Conti wird alt

Eben noch schlief der süße und knautschige Welpe in unseren Armen ein oder machte zufrieden ein Häufchen auf dem Teppich im Wohnzimmer und wollte auf gar keinen Fall aufhören mit dem lustigen Spiel, Frauchen oder Herrchen von hinten in die Socken zu beißen. Und nun bemerken wir, dass der Wirbelwind von gestern mehr Ruhe benötigt. Der jahrelange Widersacher von nebenan erscheint nun nicht mehr so wichtig und das geliebte Spiel mit dem Ball hält nicht mehr so lange an. Unser Hund wird alt.

 

Wann wird ein Hund alt?

 

Ab wann ein Hund alt wird ist zum einen von seiner Genetik abhängig und zum anderen von seinem allgemeinen Gesundheitszustand, sowie von seiner im Laufe seines Lebens erworbenen Kondition und Fitness.

Ein schlanker und gut trainierter Conti kann auch noch im höheren Alter fit und vital sein. Ob und wann ein Hund grau im Gesicht wird, das bestimmen zum Großteil seine Gene. Doch dass Fitnesslevel und die Menge an Training, die unser Hund bekommt, darüber bestimmt der Mensch.

 

Da unsere Rasse noch sehr jung ist, gibt es noch keine Anhaltswerte darüber, ab wann ein Conti als alt gilt. Nach den momentanen Erfahrungswerten kann man sagen, dass ein Continental Bulldog bis zu einem Alter von 9 bis 10 Jahren noch recht fit erscheint. Auch über die durchschnittliche Lebenserwartung kann man noch nichts sagen, da es noch nicht genügend ältere und alte Contis gibt. Man kann aber sagen, dass es einige zehnjährige Rassevertreter gibt, die noch recht fit sind. Vielleicht kann man vorsichtig das Durchschnittsalter bei etwa 12 Jahren festlegen, doch genaueres wird man erst in einigen Jahren sagen können.

 

Wieviel darf ein Conti-Rentner noch spielen und laufen?

 

Wieviel ein Conti-Rentner noch laufen und spielen darf, hängt, wie bereits beschrieben, von seiner Gesundheit und der allgemeinen Fitness ab. Immer vorausgesetzt, er hat keine Schmerzen oder schwere Erkrankungen, kann ein Conti auch im Alter von 8 bis 10 Jahren sehr aktiv bleiben. Es ist alles erlaubt, was er noch selber leisten möchte oder wovon er hinterher vor schmerzen zu lahmen beginnt.

 

Wenn ihr Hund körperlich nicht mehr so belastbar ist, wie früher, ist er sehr dankbar, wenn er geistig gefordert und ausgelastet wird. Dafür bieten sich alle Arten von Nasenarbeit, wie Fährtenarbeit, Geruchsobjektsuche oder Geruchsunterscheidung an.

Sie sollten aber auch weiterhin kleine Ausflüge mit ihm machen, damit er neues Terrain erkunden kann. Neues zu entdecken und zu erlernen regt seinen Geist an und festigt die Beziehung und das Vertrauen zwischen ihnen und ihrem Hund.

Ein alter Hund sollte, wie auch ein älterer Mensch, geistig fit bleiben, da das seine Lebensqualität erhöht.

 

Wenn ein Hund sein lebenlang Hundesport, wie z. B. Agility gemacht hat, dann sollte man ihm das auch im Alter ermöglichen - natürlich Seniorengerecht! Kleinere Parcours, niedrigere Hürden und ein langsameres Tempo.

 

Doch irgendwann kommt der Tag, an dem nicht nur die Kondition nachlässt, sondern auch das Gehör und das Sehvermögen schlechter werden. Die Blase drückt häufiger, die Gelenke schmerzen, die Konzentration lässt nach. Genauso wie wir Menschen, mögen Hundesenioren jetzt mehr Wärme, mehr Ruhe und vor allem, mehr Schlaf. Sie möchten nicht mehr in die Kälte und Nässe raus und der Spieltrieb lässt nach.

 

Weniger Bewegung bedeutet nun aber auch weniger bzw. anderes Futter. Wer seinen Hund mit Trockenfutter füttert, sollte nun auf ein Seniorenfutter umstellen, welches nach bedarf auf die Wehwehchen oder Krankheiten abgestimmt sind.

Wer bisher Fleisch gefüttert hat, kann dies auch weiterhin tun, allerdings in kleineren Mengen und auch in anderer Zusammensetzung, mit fettärmerem Fleisch. Auf die Funktion von Leber und Nieren ist jetzt besonders zu achten. Sehr wichtig im Alter sind Omega 3 Fettsäuren, aus z. B. Lachsöl. In vielen hochwertigen Futtersorten sind bereits Zusätze wie Chondrolinsulfat und Glucosamin enthalten, die z. B. aus Grünlippenmuschelextrakten gewonnen werden und zur Unterstützung der Gelenke dienen.

 

Im Alter ist das Vertrauen eines Hundes in seinen Menschen fast grenzenlos. Die Beziehung, die man zu seinem Hund aufgebaut hat, ist tiefer und stärker denn je. Die Zeit mit seinem alternden Hund kann sehr intensiv und schön sein. Genießen sie diese Zeit, solange es eben geht!