Wie bekomme ich meinen Welpen stubenrein?

Juhu, ein kleiner Conti-Welpe ist bei ihnen eingezogen! Überschwängliche Freude und Glückseligkeit überkommt sie beim Anblick ihres neuen, kleinen Begleiters. Und dieser wird, in seinem neuen Heim angekommen, erst einmal alles inspizieren und beschnüffeln…und dann ist es passiert, das erste Malör und zur anfänglichen Freude gesellt sich die erste Skepsis. Und man stellt sich zwangsläufig die Frage; Wie bekomm ich den so schnell wie möglich stubenrein?

 

Dieses Thema wird in den nächsten Wochen ihren Tagesablauf bestimmen. Sie sollten sofort mit der Erziehung beginnen und ihrem Welpen keine "Schonfrist" gewähren. Am leichtesten lernt ein Hund in der sogenannten Prägephase bis zur 20. Lebenswoche. Die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Erziehung ist jedoch, dass sie Ruhe bewahren und geduldig sind. Auch, wenn es nicht gleich auf Anhieb klappt. Bestrafung ist ein absolutes Tabu in der Erziehung ihres Welpen. Diese würde ihren Welpen verunsichern und den Prozess nicht beschleunigen. Denn Hunde halten von Natur aus ihr Lager und sich selber sauber.

In erster Linie müssen sie ihren Welpen ganz genau beobachten. Sie müssen erkennen, wann es Zeit ist ihn nach draußen zu bringen und das, bevor er sich in der Wohnung erleichtert. Sie müssen sehen oder hören, wann der Hund einen Platz für sein Geschäft sucht. Das klingt jetzt etwas kompliziert, ist im Grunde genommen aber ganz einfach. Grundsätzlich nach dem Schlafen, dem spielen und nach den Mahlzeiten muss sich ein Welpe lösen und sollte dann nach draußen geführt werden. Wird die Zeit des spielen zu sehr ausgedehnt, kann es auch passieren, dass sich der Welpe kurzentschlossen von seinem Spiel abwendet und unverzüglich sein Geschäft verrichtet. In so einem Fall ist blitzschnelles Handeln gefragt. Man sollte ihn also nie aus den Augen verlieren, will man ein Malör in der Wohnung verhindern. Lassen sie nicht zu, dass ihr Welpe die Wohnung im Alleingang erforscht. Denn es kann auch ganz schnell passieren, dass er sich unbemerkt einen Löseplatz auserkoren hat, den er dann regelmäßig aufsucht. Sollte sich der Welpe aus ihrem Sichtbereich entfernen, rufen und locken sie ihn zurück. Kommt er zu ihnen zurück, dann loben sie ihn überschwänglich, damit er dies gleich mit etwas positiven verknüpft. Sollte er nicht zu ihnen kommen, dann holen sie ihn unkommentiert zu sich zurück. 

 

Natürlich kann niemand rund um die Uhr seinem Welpen hinterher laufen und ihn unter Beobachtung halten. Deshalb ist es praktisch, wenn man sich einen Welpenzaun oder ein Babylaufgitter (gebrauchte tun es auch) besorgt, der seinen Bewegungsradius einschränkt. Es bietet sich an, diesen an der Stelle aufzubauen, wo ihr Welpe seinen zukünftigen Liegeplatz haben wird. So können sie ihren Welpen auch mal für kurze Zeit unbeaufsichtigt lassen, wenn sie dringende Besorgungen erledigen müssen, ohne dass ihre Wohnung oder schlimmer, ihr Welpe Schaden nehmen kann. 

 

Für den Anfang empfiehlt es sich, den Welpen ca. alle 1 1/2 Stunden ins Freie zu bringen. Tragen sie ihn an einen Ort, an dem er wenig abgelenkt ist und ein wenig grün zum schnüffeln hat. Sprechen sie ihn am besten auch nicht an, da sie so nur ihre Aufmerksamkeit auf ihn ziehen. Erst wenn er sich gelöst hat, dürfen sie ihn überschwänglich loben. Auf diese Weise können sie ihm einen Rhythmus antrainieren und er wird schnell wissen, was sie von ihm erwarten. Durch das überschwängliches Loben und durchknuddeln und der gelegentlichen Belohnung mit einem Leckerli wird das Geschäft zu einem besonderen Ereignis. Nach regelmäßigen Wiederholungen des freudigen Ereignisses, wird er bald recht schnell sein Geschäft erledigen. Aber auch hier sei angemerkt, jeder Hund lernt anders. Der eine begreift recht schnell, bei dem anderen dauert es etwas länger. Ist eine gewisse Regelmäßigkeit vorhanden, kann man beginnen, die Zeitspanne zwischen den Toilettengängen Schritt für Schritt zu verlängern. 

 

Für die Nacht empfiehlt sich eine geräumige Kiste, aus der der Welpe nicht herausklettern kann oder eine Kennelbox, welche sie möglichst neben ihrem Bett platzieren. Wenn man Welpen, die gerade von ihren Geschwistern getrennt wurden und in eine neue Umgebung kommen, empfinden Todesangst, wenn sie plötzlich alleine gelassen werden. Deshalb dürfen sie den Welpen nachts niemals alleine lassen, er wird instinktiv jaulen und vermutlich sein Lager vollkoten. Außerdem verzögert es nur die Erziehung zur Stubenreinheit. Auch wenn er neben ihnen am Bett schläft, kann es sein, dass er die ersten Nächte jault und winselt, sowie das Licht ausgeht. Legen sie am besten ihre Hand neben ihn ab, damit er dran schnuppern und sich vergewissern kann, dass sie bei ihm sind. In den nächsten Wochen kann es gut sein, dass ihr Schlaf etwas zu kurz kommt. Stellen sie sich deshalb abends schon alles zurecht, was sie für die Nacht benötigen, wenn sie mit ihren Welpen schnell ins Freie müssen. Denn, wenn ihr Hund erwacht und zu winseln anfängt und unruhig wird, müssen sie schneller sein als er. 

 

Sollte trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und Aufmerksamkeit doch einmal ein "Unglück" auf dem Teppich liegen, dann schreien sie ihren Hund weder an oder rütteln ihn durch und stupsen sie ihn auf gar keinen Fall mit der Nase hinein. Ihr Hund versteht weder den Sinn ihrer Worte, noch ihr Verhalten, es kann sogar sehr gut sein, dass sie ihn so sehr verängstigen, dass er in Zukunft schon bei der kleinsten hektischen Bewegung ihrerseits, an Ort und Stelle urinieren könnte. Damit wäre die ganze Erziehung zur Stubenreinheit für die Katz und sie hätten obendrein einen fehlgeprägten Hund. Sollten sie ihn auf frischer Tat ertappen, dann unterbrechen sie sein Handeln, ohne dabei hektisch zu werden, und tragen sie ihn an den Platz, an dem er sich lösen soll. 

 

Auch wenn ihre Geduld in den nächsten Wochen auf eine harte Probe gestellt wird, so wird ihr umsichtiges Verhalten und konsequentes Handeln mit einen stubenreinen Welpen belohnt.